Innovationsmanagement und Systematisches Erfinden (TRIZ)

Koordination: Justus Schollmeyer

Hintergrund

In Zeiten sich weiter verkürzender Innovationszyklen steigt die Bedeutung eines strukturierten Innovationsmanagements sowohl auf unternehmens-organisatorischer als auch ingenieur-technischer Ebene. Fragen des systematischen Herangehens an mit Widersprüchen aufgeladene Anforderungen spielen ebenfalls im Requirements Engineering der Informatik eine zentrale Rolle. In Zeiten großer gesellschaftlicher Herausforderungen, wie sie demografische Probleme, Klimawandel oder weltweite Migrationsbewegungen stellen, wird es überdies immer wichtiger, auch übergreifende soziale Faktoren mit in den Blick zu bekommen.

In diesem Bereich kann insbesondere die „Theorie des erfinderischen Problemlösens” (TRIZ) auf eine mittlerweile 70-jährige Geschichte zurückblicken, die ihre methodische Leistungsfähigkeit insbesondere in komplexen ingenieur-technischen Zusammenhängen immer wieder unter Beweis gestellt hat.

Die Anfänge gehen auf den Erfindungsmethodiker G.S. Altshuller zurück, der bis in die 1990er Jahre hinein die klassische TRIZ entwickelte. Seit den 1960er Jahren bildeten sich Ableger der TRIZ in verschiedenen Ländern des Ostblocks, wobei im Zuge der Anpassung an die jeweiligen lokalen Bedingungen neue Varianten und variierende theoretische Zugänge entstanden. Nach 1990 fassten Ableger der TRIZ-Methodik auch jenseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs Fuß und bildeten dort weitere Varianten aus. Seit über zehn Jahren wird TRIZ als Methode weltweit sowohl von mittelständischen Unternehmen als auch von Großkonzernen wie Samsung oder Ford eingesetzt.

In den Debatten wird deutlich, dass viele weit über den Kernbereich von TRIZ hinausreichende interdisziplinäre Querverbindungen einer genaueren Analyse bedürfen, die von der Refundierung philosophischer Ansätze in Hegelscher Tradition bis hin zu komplexen widerspruchsorientierten Modellierungsfragen im Semantic Web oder Problemlagen im Innovationsmanagement oder im Integration Engineering reichen.

Mit diesem Themenschwerpunkt wollen wir uns an der Aufarbeitung dieser Geschichte beteiligen und dabei auch diese übergreifenden Aspekte in einem interdisziplinären Kontext thematisieren.

Leibnizkonferenzen zum Thema

Beiträge zum Thema bei LIFIS-Online (in revers chronologischer Ordnung)

Innovation und Systematisches Erfinden

Balzer, Dietrich
Gemeinsamkeiten und Unterschiede von TRIZ, künstlicher Intelligenz und Kybernetik als wissensbasierte Methoden für die Lösung technischer Probleme
Veröffentlicht am 10.01.2017
Themenbereich: Innovation und Systematisches Erfinden
Thiel, Rainer
Hegel, Altschuller, TRIZ. Zehn Anmerkungen
Veröffentlicht am 25.09.2016
Themenbereich: Innovation und Systematisches Erfinden
Thiel, Rainer
Erfinderschulen – Problemlöse-Workshops. Projekt und Praxis
Veröffentlicht am 03.07.2016
Themenbereich: Innovation und Systematisches Erfinden
Petzold, Jana-Cordelia
Kompetenzentwicklung - Voraussetzung für Führung und Zusammenarbeit
Veröffentlicht am 26.04.2011
Themenbereich: Innovation und Systematisches Erfinden