24. Leibniz-Konferenz 2019 – Welt der Spiele

Termin

Freitag, 8. November 2019, 10 — 17 Uhr

Konferenzort

Deutsches SPIELEmuseum Chemnitz
Neefestraße 78a
09119 Chemnitz

Veranstalter

LEIBNIZ-INSTITUT
für interdisziplinäre Studien e.V. (LIFIS)
Berlin-Adlershof

Zielstellung

Die Spieltheorie untersucht Situationen von Konflikt und Kooperation, dazu bietet sie vielfältige Beispiele und Modelle, Begriffe und Methoden. Sie hilft, strategische Entscheidungssituationen besser zu verstehen, denn Spieler antizipieren in ihrem Kalkül die Aktionen der Gegenspieler. Sie ist damit sehr vielseitig anwendbar, denn fast alles ist ein Spiel, oder genauer gesagt: Fast alles lässt sich als ein Spiel betrachten. Sobald mehrere Entscheider (Akteure, Spieler) gemeinsam ein Ergebnis erzielen, ist dies ein Anwendungsgebiet der Spieltheorie.

Jede spieltheoretische Analyse umfasst immer zwei Bestandteile:

  • Das Spiel als formale Beschreibung der strategischen Situation: die Spieler, all ihre Handlungsoptionen und deren Konsequenzen.
  • Lösungen als Prognose oder Empfehlung für den Spielverlauf: idealerweise alle Lösungen des jeweiligen Lösungskonzeptes.

Das Spiel definiert die Regeln, aber nicht das Verhalten der Spieler. Das Lösungskonzept kodiert Annahmen über das Spielverhalten, etwa Rationalität. Je nach Art des Spiels, etwa statisch, dynamisch, etc., gibt es mehrere Konzepte, durchaus mit unterschiedlichen Prognosen. Spiele im engeren Sinne sind Kinderspiele, Kartenspiele, Brettspiele, Gesellschaftsspiele, Rollenspiele, Computerspiele, auch Handyspiele, sportliche Wettkämpfe, Bundesjugendspiele bis Olympische Spiele, etc. Wir fassen den Begriff des Spiels im Folgenden wesentlich weiter als Interaktion mehrerer Akteure, wobei es zu Konflikten kommen kann.

Wozu Spieltheorie? Ihre Anwendungen sind überaus vielfältig in Politik (Gesetzgebung, Normen, Anreizen), Philosophie (Ir/Rationalität), Biologie (Ko/Evolution), Ökonomie (Strategien, Mechanismen, z.B. Auktionen), Sozialpolitik (Sicherung, Wohlfahrt, Gemeinwohl, Ausgleich), usw. Die Spieltheorie kann (und wird) Ihnen viel Freude bereiten. Entgegen dem ersten Anschein ist sie aber nicht einfach, vor allem konzeptuell: Sie müssen grundlegende und raffinierte Ideen erst einmal verstehen. Die Sprache der Spieltheorie ist die Mathematik: Sie ist unerlässlich, um spieltheoretische Probleme zu formulieren und zu analysieren.

Es ist eine bemerkenswerte Grunderfahrung: Der Mensch spielt, sogar häufig und gerne! Das unterscheidet ihn von vielen anderen Lebewesen. Im Spiel entdeckt und übt der Mensch seine Fähigkeiten, macht Erfahrungen und entwickelt seine Persönlichkeit. Er erprobt Handlungsfreiheit und eigenes Denken. Er erkennt und antizipiert die Konsequenzen seines Handelns.

Spiele beschreiben Konflikte, Konkurrenz und Kooperation:

  • Mehrere Akteure interagieren (Spieler, Teilnehmer etc.).
  • Jeder Akteur hat gewisse Handlungsoptionen (Züge, Strategien).
  • Aus diesen Möglichkeiten wählt jeder Akteur aus (frei, unabhängig).
  • Daraus entsteht für jeden ein Ergebnis (Auszahlung, Nutzen etc.).
  • Jeder Spieler versucht, sein Ergebnis zu maximieren.

Programmkomitee

  • Prof. Dr. Frieder Sieber, Leibniz-Sozietät e.V., Berlin
  • Prof. Dr. Eberhard Neumann, Deutsches SPIELEmuseum, Chemnitz
  • Gert Gauder, Deutsches SPIELEmuseum, Chemnitz
  • Prof. Dr. Dietrich Balzer, LIFIS e.V., Berlin
  • Prof. Werner Regen, LIFIS e.V., St. Peterburg
  • Prof. Olena Chepelynk, Technische Universität Cherson

Tagungsprogramm

  • 10.00 Uhr Eröffnung
    Prof. Dr. Frieder Sieber, Vorsitzender des LIFIS e.V., Berlin
    Ralph Burghart, Kulturbürgermeister der Stadt Chemnitz
  • 10.15 Uhr Deutsches SPIELEmuseum – eine 25jährige Erfolgsgeschichte
    Dipl.-Ing. Gerd Gauder, Chemnitz
  • 10.35 Uhr Spiele und Design
    Prof. Dr. Olena Chepelynk, Cherson, Ukraine
  • 11.00 Uhr Spiele als Kulturgut
    Prof. Dr. Max Kobbot, Münster
  • 11.30 Uhr Spieletheorie und ökonomisches Verhalten – eine Analyse von Konflikt und Kooperation
    Prof. Dr. Michael Eisermann, Stuttgart
  • 12.00 Uhr Internationalität im Spiel
    Prof. Ernst Strohal, Universität Wien
  • 12.30 Uhr Mittagspause, Imbiss im Solaristurm
  • 13.30 Uhr Innovation im Spiel
    Prof. Dr. Sergej Modestov, St. Petersburg
  • 14.00 Uhr Kinder und Spieltheorie
    Prof. Dr. Dietrich Balzer, LIFIS e.V. Berlin
  • 14.30 Uhr Rundgang durch das Deutsche SPIELEmuseum
    Prof. Dr. h.c. Eberhard Neumann
  • ab 15.00 Uhr – Spiele nach Wunsch

50 Teilnehmer mit gesonderter Einladung und Rückmeldung. Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben, wir bitten jedoch um Spenden an

Deutsches Spielemuseum
Konto: Kreissparkasse Chemnitz
IBAN: DE39 8705 0000 3510 0100 00

Leibniz-Institut für Interdisziplinäre Studien e.V.
Konto: Berliner Volksbank
DE91 1109 0000 2357 1110 08

Als Spender erhalten Sie eine Spendenquittung.

Anmeldung, Registrierung, Rückfragen

richten Sie bitte an Prof. Dr. Cebulla, Frau Buschmann, Prof. Dr. Sieber
Telefon: 0371 852027, Email: dr.f.sieber@web.de